Pfotenwerte

Nährwerte von Katzenfutter: was die Packung sagt

Vier Pflichtangaben, und die wichtigste fehlt meistens. Was die analytischen Bestandteile bedeuten und wie man zwei Packungen vergleichbar rechnet — aus 1.135 erfassten Katzenfuttersorten.

Auswertung Katze

10,2 % Rohprotein, Katzenfutter nass

Median aus 806 Sorten, wie deklariert

34,0 % Rohprotein, Katzenfutter trocken

Median aus 329 Sorten, wie deklariert

50,0 % Rohprotein, nass, ohne Wasser

gegen 36,3 % beim Trockenfutter — die Rangfolge dreht sich um

Nassfutter besteht im Median zu 80 % aus Wasser, Trockenfutter zu 9 %. Wer die beiden Packungsangaben nebeneinanderlegt, vergleicht deshalb vor allem den Wassergehalt — dasselbe Missverständnis wie beim Kilopreis, nur auf der Deklarationsseite.

Was auf der Packung stehen muss

VO (EG) Nr. 767/2009

Die analytischen Bestandteile sind vier Pflichtangaben: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Die Feuchtigkeit gehört nur dazu, wenn sie über 14 % liegt — bei Nassfutter also immer, bei Trockenfutter fast nie. Genau diese Lücke macht den Vergleich schwierig, und sie ist der Grund, warum die Tabelle unten zwei Sortenzahlen nennt.

„Roh“ heißt dabei nicht unverarbeitet, sondern im Rohzustand analysiert — es ist die Bezeichnung des Laborverfahrens, nicht der Zutat. Rohasche ist der mineralische Rückstand nach dem Verbrennen und damit ein Maß für den Mineralstoffgehalt, nicht für Verunreinigung.

Die mittleren 80 % der Sorten liegen beim Rohprotein zwischen 8,0 – 12,2 % (nass) und 30,0 – 39,0 % (trocken) — 10. bis 90. Perzentil, damit einzelne Ausreisser die Spanne nicht dehnen (Regel 23). Die Tabelle nennt die Mediane.

Analytische Bestandteile von Katzenfutter nach Futterart. Die erste Spalte nennt die Angabe, die weiteren den Median für Nassfutter und für Trockenfutter, jeweils in Prozent.
AngabeNassTrocken
Rohprotein10,2 %34,0 %
Rohfett5,0 %16,0 %
Feuchtigkeit80 %9 %
Rohprotein ohne Wasser50,0 %36,3 %
Rohfett ohne Wasser25,8 %17,2 %
Sorten in der Umrechnung806144

In die Umrechnung gehen nur Sorten mit deklarierter Feuchtigkeit — beim Trockenfutter 144 von 329. Die Rechnung teilt durch 100 − Feuchtigkeit und hängt damit vollständig an diesem einen Wert; mit einem angenommenen Branchenwert wäre die Hälfte des Ergebnisses geschätzt. Lieber weniger Sorten als eine Zahl, die nach Messung aussieht.

So rechnet man zwei Packungen vergleichbar

Beide Angaben durch die Trockensubstanz teilen, also durch 100 − Feuchtigkeit, und mit 100 malnehmen. Ein Nassfutter mit 10,2 % Protein und 80 % Feuchtigkeit steht damit bei 50,0 % — und liegt über einem Trockenfutter, dessen Packung die höhere Zahl trägt.

Für die Menge im Napf hilft das noch nicht: Dafür zählt die Energiedichte, und die steht auf vielen Packungen gar nicht. Wie sie sich aus denselben vier Angaben schätzen lässt und wie gut das trifft, steht unter Die Atwater-Schätzung, an unserem Bestand nachgemessen.

Mehr Protein ist nicht besser. Die analytischen Bestandteile sagen nichts über Herkunft, Verdaulichkeit oder Aminosäuremuster — sie sind eine Mengenangabe, keine Bewertung. Diese Seite rechnet sie vergleichbar, sie bewertet sie nicht.

Häufige Fragen

Wie viel Protein hat Katzenfutter?

Im Median 10,2 Prozent bei Nassfutter und 34,0 Prozent bei Trockenfutter, gemessen an 806 Nass- und 329 Trockenfuttersorten. Diese beiden Zahlen sind allerdings nicht vergleichbar: Nassfutter besteht im Median zu 80 Prozent aus Wasser, Trockenfutter nur zu 9 Prozent. Rechnet man das Wasser heraus, liegt Nassfutter bei 50,0 Prozent und Trockenfutter bei 36,3 Prozent — die Rangfolge dreht sich um.

Was bedeutet Rohprotein auf der Katzenfutterpackung?

Rohprotein ist der im Labor bestimmte Gesamtstickstoffgehalt, umgerechnet in Protein. „Roh“ bezeichnet dabei das Analyseverfahren, nicht die Zutat — es heißt nicht unverarbeitet. Die Angabe ist nach der EU-Verordnung 767/2009 Pflicht, zusammen mit Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Sie sagt, wie viel Protein enthalten ist, nicht woher es stammt und wie gut die Katze es verwerten kann.

Warum steht die Feuchtigkeit oft nicht auf dem Trockenfutter?

Weil sie erst ab 14 Prozent deklariert werden muss. Trockenfutter liegt darunter, deshalb geben die meisten Hersteller sie nicht an. Für den Vergleich zweier Sorten ist das misslich: Ohne Feuchtigkeitsangabe lässt sich der Wassergehalt nicht herausrechnen. Wir setzen für diese Sorten keinen Branchenwert in die Auswertung ein, sondern lassen sie darin weg.

Was ist Rohasche im Katzenfutter?

Der mineralische Rückstand, der nach dem Verbrennen der Probe übrig bleibt — also ein Maß für den Mineralstoffgehalt aus Knochen, Kalzium, Phosphor und Spurenelementen. Ein hoher Wert ist kein Zeichen für minderwertige Zutaten; Katzen brauchen Mineralstoffe. Aussagekräftig wird die Zahl erst im Verhältnis zu den übrigen Angaben und zur Feuchtigkeit.

Wie viele Kalorien hat Katzenfutter?

Im Median 70 Kilokalorien je 100 Gramm beim Nassfutter und 391 beim Trockenfutter — der Unterschied ist fast vollständig Wasser. Die Angabe ist freiwillig; wo sie fehlt, lässt sie sich aus den analytischen Bestandteilen schätzen.

Woher diese Zahlen kommen

Aus den Deklarationen, die zu jeder erfassten Sorte gespeichert sind — wörtlich von der Händlerseite, mit Adresse und Abrufdatum. Gerechnet wird beim Bauen der Seite, nicht von Hand eingetragen: Jede Zahl hier ändert sich mit dem Bestand. Was dabei geprüft wird und was ausgeschlossen bleibt, steht unter Transparenz.