Pfotenwerte

Futter umstellen, ohne Durchfall

Der Plan über sieben oder vierzehn Tage — und die Rechnung, die dabei fast immer vergessen wird: Beim Wechsel ändert sich nicht nur der Preis, sondern auch die Menge.

Erklärung

Der Plan: sieben Tage, vier Stufen

Die Darmflora ist auf das bisherige Futter eingestellt und braucht einige Tage, um sich umzustellen. Ein abrupter Wechsel überfordert sie — daher der stufenweise Plan. Gemischt wird jede Mahlzeit, nicht abwechselnd eine Mahlzeit alt und eine neu.

Umstellplan. Die erste Spalte nennt die Stufe als Anteil des neuen Futters, die weiteren, auf welche Tage sie bei einer Umstellung über sieben beziehungsweise vierzehn Tage fällt.
Anteil neues Futter7 Tage — normal14 Tage — empfindlich
25 % neu · 75 % bisherTag 1–2Tag 1–4
50 % neu · 50 % bisherTag 3–4Tag 5–8
75 % neu · 25 % bisherTag 5–6Tag 9–11
100 % neu · 0 % bisherTag 7Tag 12–14

Vierzehn Tage sind die richtige Wahl bei empfindlichem Magen, bei Welpen und alten Tieren — und immer dann, wenn sich zusätzlich die Futterart ändert. Schneller zu sein hat keinen Vorteil; langsamer zu sein schadet nicht.

Die Rechnung, die dabei übersehen wird

Eine Portion wird in Gramm abgemessen, aber gebraucht wird Energie. Beides hängt über die Energiedichte zusammen, und die ist von Sorte zu Sorte verschieden. Das ist dieselbe Grösse, aus der hier der Preis je 1 000 kcal entsteht — beim Wechsel wirkt sie sich nur an einer anderen Stelle aus: im Napf.

Energiedichte der erfassten Futtersorten. Die erste Spalte nennt Tierart und Futterart, die weiteren die Zahl der Sorten, den Median der Energiedichte, den Bereich, in dem 80 Prozent der Sorten liegen, und wie viel Gramm 1 000 Kilokalorien beim Median entsprechen.
FutterartSortenMedian80 % der Sorten1 000 kcal sind
Katze, Nassfutter82385 kcal/100 g661041.183 g
Katze, Trockenfutter334365 kcal/100 g331395274 g
Hund, Nassfutter16999 kcal/100 g811171.015 g
Hund, Trockenfutter175352 kcal/100 g319375284 g

Auch innerhalb einer Futterart ändert sich die Menge um bis zu 59 %. Bei Katze, Nassfutter liegen 80 % der erfassten Sorten zwischen 66 und 104 kcal je 100 g. Wer zwischen den beiden Enden dieser Spanne wechselt und die gewohnte Menge beibehält, füttert 59 % mehr oder weniger Energie — ohne dass sich am Napf etwas erkennbar geändert hätte.

Deshalb ist die Ersparnis auf den Produktseiten je 1 000 kcal gerechnet und nicht je Kilo: Die Menge im Napf ist keine Konstante. Gerechnet über das 10. bis 90. Perzentil — die äussersten Sorten sind Sonderfälle wie Suppen mit 94 % Feuchtigkeit und beschreiben keinen Wechsel, den jemand vornimmt.

Die Umrechnung selbst ist ein Dreisatz: neue Menge = alte Menge × alte Dichte ÷ neue Dichte. Beide Dichten stehen auf jeder Produktseite hier, und die Katzen­rechner und Futterrechner rechnen sie direkt aus dem Gewicht des Tieres aus, ohne den Umweg über das alte Futter.

Bei Katzen gilt eine Regel mehr

Eine Katze wird nie durch Hungern umgestellt. Frisst sie über mehrere Tage kaum oder gar nichts, kann sich eine Fettleber (hepatische Lipidose) entwickeln — bei übergewichtigen Katzen besonders schnell, weil der Körper dann viel Fett auf einmal mobilisiert. Das ist der Grund, warum das übliche „die frisst schon, wenn sie Hunger hat" bei Katzen gefährlich ist und bei Hunden nicht.

Praktisch heisst das: Lehnt die Katze ab, geht man einen Schritt zurück und steigert langsamer — notfalls über Wochen. Frisst sie länger als etwa zwei Tage deutlich weniger als sonst, gehört das in die Tierarztpraxis.

Dazu kommt das Wasser. Nassfutter enthält den grösseren Teil dessen, was eine Katze am Tag an Flüssigkeit braucht; beim Wechsel auf Trockenfutter fällt dieser Teil weg und muss aus dem Napf kommen. Was das im Einzelnen ausmacht — und was es kostet —, steht in Nassfutter oder Trockenfutter für Katzen. Die Energiedichte erklärt dabei nur die Hälfte: 85 gegen 365 kcal je 100 g bedeuten dieselbe Energie aus 1.183 g statt aus 274 g.

Woran man merkt, dass es zu schnell ging

Zeichen während einer Futterumstellung. Die erste Spalte nennt das Zeichen, die weiteren, was dahintersteckt und was zu tun ist.
ZeichenWas dahinterstecktWas hilft
Weicher Kot oder DurchfallDas häufigste und harmloseste Zeichen. Der Darm hat den neuen Anteil nicht mitgemacht.Eine Stufe zurück, dort zwei bis drei Tage bleiben, dann langsamer weiter.
ErbrechenEinmalig kann es zum Wechsel gehören, wiederholt nicht.Zurück zum bisherigen Futter. Hält es an, gehört es in die Tierarztpraxis.
Das neue Futter wird liegen gelassenKein Trotz, sondern Geschmack und Gewohnheit — bei Katzen besonders ausgeprägt.Anteil zurücknehmen, langsamer steigern. Nicht durch Hunger erzwingen (siehe unten).
Juckreiz, Ohren, PfotenHat mit der Geschwindigkeit der Umstellung nichts zu tun, sondern mit dem Futter selbst.Notieren, wann es begann und was gefüttert wurde — das ist die Information, die die Praxis braucht.
Das Tier nimmt zu oder abFast immer die Menge, nicht die Sorte: Die Energiedichte ist eine andere geworden.Menge neu ausrechnen statt schätzen — dafür ist die Tabelle unten da.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Futterumstellung?

Üblich sind sieben Tage bei einem gesunden, unempfindlichen Tier: zwei Tage je Stufe mit 25, 50 und 75 Prozent des neuen Futters, am siebten Tag das neue Futter allein. Bei empfindlichem Magen, bei Welpen und alten Tieren und immer dann, wenn sich zusätzlich die Futterart ändert, sind vierzehn Tage die bessere Wahl. Es gibt keinen Vorteil darin, schneller zu sein.

Warum bekommt mein Hund bei schnellem Futterwechsel Durchfall?

Die Darmflora ist auf die bisherige Zusammensetzung eingestellt und braucht einige Tage, um sich anzupassen. Ein abrupter Wechsel überfordert sie, und die Folge ist weicher Kot bis Durchfall. Das ist der Grund für den stufenweisen Plan — nicht der Geschmack.

Muss ich beim Futterwechsel die Menge neu ausrechnen?

Ja, und das ist der Schritt, der am häufigsten übersehen wird. Entscheidend ist nicht das Gewicht der Portion, sondern ihre Energie. Zwischen Nass- und Trockenfutter unterscheidet sich die Energiedichte um mehr als das Vierfache; aber auch innerhalb einer Futterart verschiebt ein Wechsel die Menge um bis zu 59 Prozent, gerechnet über die mittleren 80 Prozent unseres Bestands. Wer die Sorte wechselt und den gewohnten Messbecher behält, füttert entsprechend zu viel oder zu wenig.

Was tue ich, wenn meine Katze das neue Futter nicht frisst?

Zurück auf einen kleineren Anteil des neuen Futters und langsamer steigern. Eine Katze wird nicht durch Hungern umgestellt: Frisst sie über mehrere Tage kaum oder gar nichts, kann sich eine Fettleber entwickeln — bei übergewichtigen Katzen besonders schnell. Wenn eine Katze länger als etwa zwei Tage deutlich weniger frisst als sonst, gehört das in die Tierarztpraxis und ist kein Erziehungsthema.

Kann ich zwei Futtersorten dauerhaft mischen?

Ja, solange beide Alleinfuttermittel sind. Der Preis je 1 000 kcal lässt sich dann anteilig rechnen: Wer die Hälfte der Energie aus der günstigeren Sorte deckt, spart die Hälfte des Unterschieds. Bei Kombination aus Nass- und Trockenfutter kommt hinzu, dass der Wasseranteil sich mitverschiebt — für Katzen ist das der wichtigere Punkt.

Was diese Seite ist — und was nicht

Der Umstellplan ist Allgemeingut und steht hier, weil die Seite ohne ihn unvollständig wäre. Eigen ist der zweite Teil: Die Energiedichten in der Tabelle sind 1.501 Deklarationen aus unserem eigenen Bestand, beim Bauen dieser Seite gerechnet — keine Zahl darin ist von Hand eingetragen, und keine kann deshalb veralten, ohne dass die Tabelle sich mitändert.

Keine Diagnose und keine Therapie. Wir rechnen Preise, Mengen und Energie. Ob ein bestimmtes Futter für ein bestimmtes Tier passt, entscheidet dieses Tier — und bei anhaltenden Beschwerden die Tierarztpraxis, nicht ein Preisvergleich.

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